Dörnbergpark bleibt voraussichtlich bis November 2018 gesperrt Bäume mit großen Sicherheitsproblemen

Dörnbergpark
© Stefan Effenhauser, Stadt Regensburg

REGENSBURG. Der Dörnbergpark wird voraussichtlich nicht vor November 2018 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Das ist das Ergebnis umfangreicher Untersuchungen, die Gartenamtsleiter Dietrich Krätschell gemeinsam mit Dr. Regina Elsner, Leiterin der Abteilung Ökologie des Umweltamtes, am 29. März 2018 vor Ort der Öffentlichkeit vorgestellt hat.

Im Dörnbergpark ist der Großteil des Altbaumbestandes bereits über 140 Jahre alt. Die alten Bäume, und hier vor allem die alten Buchen, sind durch Faktoren wie Phytophthora, holzabbauende Pilze, Büschelpflanzungen, Bodenverdichtungen und allgemein den Klimawandel stark geschwächt. Das führt dazu, dass insbesondere der alte Baumbestand abstirbt.

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„Das Gartenamt hat in den vergangenen Jahren im Park regelmäßig und intensiv Baumpflegarbeiten zur Sicherung durchgeführt. Der Verfall lässt sich aber nicht aufhalten“, so Krätschell. Deshalb ist der Dörnbergpark seit Dezember 2017 aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Im Januar und Februar 2018 wurde der gesamte Baumbestand durch externe Gutachter kontrolliert und bewertet. Die Baumkontrolleure haben dabei über 1000 Einzelergebnisse festgehalten. Außerdem empfahlen sie an 18 Bäumen nähere Untersuchungen, wie zum Beispiel Zugversuche oder weitere spezielle Messungen. Erst nach diesen eingehenden Untersuchungen stehen dann die erforderlichen Baumpflege-Maßnahmen fest.

Gartendenkmal, Erholungsraum und Biotop

Der Dörnbergpark ist eine außerordentlich beliebte und von zahlreichen Nutzern stark frequentierte Anlage. Deshalb muss der Verkehrssicherheit äußerste Priorität eingeräumt werden. Gleichzeitig hat der Park aber auch wegen seiner alten Bäume höchsten Biotopwert. Er unterliegt strengen artenschutzrechtlichen Bestimmungen. Nicht zuletzt ist er ein herausragendes Gartendenkmal.

Aus diesem Grund muss die Baumpflege im Park verschiedenen Aspekten Rechnung tragen. Parknutzung, Verkehrssicherheit, Natur- und Artenschutz sowie Denkmalpflege müssen unter einen Hut gebracht werden. Dazu sind Kompromisse erforderlich.

Artenschutzrechtliches Gutachten notwendig

Ursprünglich wollte die Stadt einen Teil des Parks nach Ausführung baumpflegerischer Arbeiten im März wieder öffnen. Die geplante Öffnung scheiterte allerdings am Umfang der notwendigen Arbeiten.

Ab April wird nun als Planungsgrundlage für alle weiteren Arbeiten ein artenschutzrechtliches Gutachten erstellt. Der Schwerpunkt wird auf der Vogelwelt, dem Vorkommen von Fledermäusen und auf speziellen totholzbewohnenden Käferarten liegen. Ein bekannterer Vertreter der letzten Tiergruppe ist der Eremit oder Juchtenkäfer.

Baumpflegearbeiten sind damit voraussichtlich erst ab etwa August 2018 möglich. Der Park könnte dann im November wieder geöffnet werden.

Im Juli wird zudem eine gartendenkmalpflegerische Planung zur künftigen Parkentwicklung und Verjüngung der Gehölzbestände beauftragt. Ein Ergebnis soll im Sommer 2019 vorliegen. Ab Winter 2019 können voraussichtlich abschnittsweise die ersten größeren Umbauten am Gehölzbestand beginnen. Weil diese Arbeiten mehrere Jahre in Anspruch nehmen, werden erneute Teil- oder Vollsperrungen des Parks vermutlich unvermeidlich sein.

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